
Am 10. September 2026 hat Volvo die überarbeiteten Modelle XC40, EX40 und EC40 vorgestellt. Äußerlich handelt es sich um eine behutsame Modernisierung der bekannten Baureihe, die wichtigsten Änderungen stecken jedoch nicht in der Karosserieform. Die Fahrzeuge erhalten eine neue Sensorplattform, mehr Kameras und Radarsensoren, einen größeren zentralen Bildschirm sowie zusätzliche Fahrerassistenzfunktionen.
Eine komplett neue Generation gibt es vorerst nicht. Volvo verlängert den Lebenszyklus des vor fast neun Jahren eingeführten Modells und bringt zugleich den Benzin-Crossover sowie die beiden Elektrovarianten auf ein einheitliches Ausstattungsniveau.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
XC40, EX40 und EC40 erhalten eine gemeinsame, überarbeitete Frontpartie und Matrix-LED-Scheinwerfer.
Der Bildschirm des Infotainmentsystems wächst auf 11,2 Zoll, außerdem wird Google Gemini in die Benutzeroberfläche integriert.
Der neue Sensorsatz umfasst eine Frontkamera, Radarsensoren und 12 Ultraschallsensoren.
Für den EX40 werden bis zu 575 km, für den EC40 bis zu 584 km nach dem vorläufigen WLTP-Zyklus angegeben.
Bestellungen sind zunächst nur in einzelnen Märkten möglich; die Produktion startet später im Herbst 2026.
Vom einzelnen XC40 zur dreiteiligen Modellfamilie
Vier wichtige Termine in der Geschichte der Volvo 40er-Reihe
Am 21. September 2017 hat Volvo den XC40 in Mailand vorgestellt. Es war das erste Kompakt-SUV der Marke und das erste Volvo-Modell auf der modularen CMA-Architektur.
Am 16. Oktober 2019 feierte der XC40 Recharge Premiere – das erste Elektroauto von Volvo aus Serienproduktion. Mit ihm führte die Marke ein Infotainmentsystem auf Basis von Android Automotive sowie umfangreiche Over-the-Air-Softwareupdates ein.
Am 20. Februar 2024 benannte das Unternehmen den XC40 Recharge in EX40 und den C40 Recharge in EC40 um. Die Bezeichnung XC40 blieb der Version mit Verbrennungsmotor vorbehalten.
Am 10. September 2026 kündigte Volvo die aktuelle umfassende Überarbeitung aller drei Modelle an.
So lassen sich die Namen auseinanderhalten
Der XC40 ist ein Crossover mit Verbrennungsmotor, der EX40 seine vollelektrische Variante und der EC40 ein Elektro-Crossover mit stärker abfallender Dachlinie. Vor der Umbenennung im Jahr 2024 hießen die letzten beiden Modelle XC40 Recharge und C40 Recharge.
Wie sich XC40, EX40 und EC40 nach der Überarbeitung unterscheiden
Modell | Fahrzeugtyp | Änderungen am Exterieur | Reichweite |
|---|---|---|---|
Volvo XC40 | Kompakt-SUV mit Verbrennungsmotor; das Motorenangebot hängt vom Markt ab | Neue Frontpartie, Rückleuchten, Heckklappe, Heckstoßfänger und Räder mit 18, 19 oder 20 Zoll Durchmesser | Nicht zutreffend |
Volvo EX40 | Vollelektrisches Kompakt-SUV | Neue Frontpartie, Rückleuchten, Heckklappe und Heckstoßfänger | Bis zu 575 km nach dem vorläufigen WLTP-Zyklus |
Volvo EC40 | Vollelektrischer Crossover mit abfallender Dachlinie | Überarbeitete Frontpartie; die charakteristische Heckgestaltung bleibt erhalten | Bis zu 584 km nach dem vorläufigen WLTP-Zyklus |
Die Reichweitenangaben stammen aus Volvos weltweiter Mitteilung vom 10. September 2026. Der Hersteller bezeichnet sie als vorläufig. Die tatsächliche Reichweite hängt von der Fahrzeugversion, der Temperatur, dem Wetter, der Topografie, der Geschwindigkeit und dem Fahrstil ab.
An der Front rücken die Modelle enger zusammen
Alle drei Fahrzeuge erhalten eine neue Gestaltung der Matrix-LED-Scheinwerfer mit einer überarbeiteten Interpretation des „Thors Hammer“-Lichtmotivs. Volvo hat außerdem Kühlergrill, Frontstoßfänger, Motorhaube und vordere Kotflügel neu gestaltet. Im direkten Vergleich mit dem bisherigen Modell fällt die Überarbeitung daher stärker auf, obwohl die Karosserieproportionen vertraut bleiben.

Am Heck fallen die Unterschiede deutlicher aus. Beim XC40 und EX40 wurden die LED-Leuchten, die Heckklappe und der Stoßfänger geändert. Der EC40 behält sein eigenständiges Heck: Die vertikalen Leuchtengrafiken und das abfallende Dach unterscheiden ihn weiterhin vom praktischeren EX40.

Für den XC40 gibt es neue Räder mit Diamantschliff in 18, 19 und 20 Zoll. Eine einheitliche globale Liste der Farben, Ausstattungen und Räder für alle Märkte hat der Hersteller bisher nicht veröffentlicht.
Der Bildschirm wächst, die praktischen Details im Innenraum bleiben
Die Diagonale des zentralen Displays wächst von 9 auf 11,2 Zoll. Der Bildschirm erhält die aktuelle Volvo-Benutzeroberfläche: Das Unternehmen verspricht einen schnelleren Zugriff auf die wichtigsten Funktionen und weniger Eingaben bei typischen Bedienvorgängen. Die Luftausströmer in der Mittelkonsole wurden an das neue Display angepasst, außerdem wurde die Ablage für das kabellose Laden des Smartphones überarbeitet.

Google Gemini ist in das Infotainmentsystem integriert. Der Assistent lässt sich verwenden, um Routen zu planen, Haltestellen zu suchen und Nachrichten mit normalen Sprachbefehlen zu bearbeiten. Die Verfügbarkeit von Gemini, verbundenen Diensten und einzelnen Funktionen hängt vom Land, den Benutzereinstellungen und lokalen Einschränkungen ab.
Für den XC40 stehen neue Ausstattungsvarianten bereit: Das Leder Arianne Cardamom wird mit Dekor in Brown Ash kombiniert, außerdem sind Einlagen in Black Ash und Aluminium erhältlich. In Armaturentafel und Türen kommt eine Ambientebeleuchtung hinzu. Kleine praktische Details wie Ablagefächer, ein herausnehmbarer Korb in der Mittelkonsole und ein Taschenhaken bleiben erhalten.
Der umfangreichste Teil der Überarbeitung betrifft Kameras und Radarsensoren
Volvo stattet die Fahrzeuge mit einer neuen Hard- und Softwareplattform für die Sicherheitssysteme aus. Dazu gehören Front- und Eckradare, separate hintere Eckradare, eine neue Frontkamera, Parkkameras und 12 neue Ultraschallsensoren. Dieses Sensorset soll den elektronischen Assistenten ein umfassenderes Bild vom Umfeld des Fahrzeugs liefern.
Der Ausstiegswarner überwacht Fahrzeuge und Fahrräder, die sich seitlich nähern. Will ein Insasse die Tür vor einem bewegten Objekt öffnen, warnt das Fahrzeug. Besonders nützlich ist diese Funktion auf Parkplätzen in der Stadt und an Straßen mit Radfahrstreifen.

Der optionale Pilot Assist kann nun beim Spurwechsel unterstützen und soll das Fahrzeug sanfter auf der vorgesehenen Fahrbahn halten. Die 360-Grad-Kamera erhält einen 3D-Modus: Beim Parken oder Rangieren mit niedriger Geschwindigkeit kann der Fahrer den Blickwinkel der Darstellung auf dem Bildschirm verändern.
Was Fahrer im Alltag tatsächlich bemerken
größere Schaltflächen und weniger Menüwechsel auf dem 11,2-Zoll-Bildschirm;
eine Darstellung des Fahrzeugs aus verschiedenen Blickwinkeln im 3D-Modus;
eine Warnung vor dem Öffnen der Tür, wenn sich ein Fahrradfahrer oder Fahrzeug nähert;
Unterstützung beim Spurwechsel in Versionen mit optionalem Pilot Assist;
Updates der Softwarefunktionen ohne Werkstattbesuch dank OTA.
Die neuen Assistenzsysteme machen das Fahrzeug nicht vollständig autonom. Volvo beschreibt sie als Fahrerassistenzsysteme, deren Verfügbarkeit von Markt und Ausstattung abhängt.
Hat sich die Technik der Elektroautos geändert?
In der Mitteilung von Volvo finden sich keine Angaben zu neuen Batterien, Elektromotoren oder einer grundsätzlich anderen Architektur des EX40 und EC40. Deshalb lassen sich die angegebenen 575 und 584 km ohne zusätzliche Bestätigung nicht als Ergebnis einer neuen Akkutechnologie betrachten. Der Hersteller beschreibt bisher ausführlich Design, Elektronik und Ausstattung, veröffentlicht aber noch nicht alle technischen Daten für den Weltmarkt.
Dasselbe gilt für den XC40: Motoren und Antriebsart können sich je nach Land unterscheiden. Angaben für einen Markt lassen sich daher nicht automatisch auf die europäische, amerikanische oder moldauische Spezifikation übertragen.
Wann kommen die überarbeiteten Volvo-Modelle in den Verkauf?
Bestellungen für XC40, EX40 und EC40, einschließlich der Ausführung Black Edition, wurden am 10. September 2026 in einzelnen Märkten geöffnet. Der Produktionsstart ist für Herbst 2026 vorgesehen, ein genaues Datum für den Bau der ersten Fahrzeuge wurde jedoch nicht genannt.
Eine einheitliche globale Preisliste gibt es nicht. Preise, Ausstattungen, Antriebe und Lieferzeiten sollten für das jeweilige Land geprüft werden, sobald der lokale Konfigurator veröffentlicht ist. Das gilt besonders für EX40 und EC40, da die Verfügbarkeit der Elektrovarianten je nach Region unterschiedlich ist.
Die Überarbeitung des Modelljahrs 2026 verändert das Grundkonzept der Familie nicht, beseitigt aber den auffälligsten elektronischen Entwicklungsrückstand. Fast neun Jahre nach dem Debüt des XC40 erhalten die Modelle eine moderne Benutzeroberfläche und ein umfangreicheres Sensorset, behalten jedoch ihre vertraute Grundkonzeption sowie die Aufteilung in Benzin- und Elektrovarianten.










