
Am 15. September 2026 stellte Ford die Updates für den F-150 des nächsten Modelljahres vor. Statt des bisherigen 2,7-Liter-Turbo-V6 erhält der Pick-up einen 3,0-Liter-EcoBoost. Gleichzeitig kommt die Funktion BlueCruise with Towing hinzu: Auf geeigneten Autobahnen ermöglicht sie das Fahren mit Anhänger, ohne die Hände am Lenkrad zu halten. Die beiden Neuerungen verfolgen unterschiedliche Ziele. Der neue Motor verändert den Charakter der Kraftentfaltung, während BlueCruise nur auf bestimmten Streckenabschnitten unterstützt. Keine der beiden Funktionen hebt die Grenzen auf, die für den jeweiligen Pick-up und Anhänger gelten.

Was sich mit dem 3,0-Liter-V6 ändert
Laut Fords Mitteilung vom 15. September ersetzt der neue 3,0-Liter-EcoBoost den bisherigen 2,7-Liter-V6 und behält dessen Spitzenwerte bei: 325 PS und 400 lb-ft Drehmoment (etwa 542 Nm). Deshalb lässt sich die Überarbeitung nicht allein anhand der Maximalleistung beurteilen. Ford verspricht im für den normalen Fahrbetrieb typischen Drehzahlbereich etwa 10–11 % mehr Drehmoment.
In den technischen Daten des F-150 2027 wird das maximale Drehmoment von 400 lb-ft beim neuen Motor bei 2250 U/min angegeben. Das erklärt Fords Ansatz: Die Kraft soll auch ohne hohe Drehzahlen leichter abrufbar sein, etwa beim Beschleunigen mit Ladung. Die genannten 10–11 % sind eine Herstellerangabe für einen bestimmten Betriebsbereich des Motors und kein Ergebnis eines unabhängigen Tests zum Kraftstoffverbrauch oder zur Beschleunigung mit Anhänger.
Wie viel der F-150 mit den verschiedenen Motoren ziehen kann
Die Spitzenwerte aus Fords technischen Daten beziehen sich auf unterschiedliche Kombinationen aus Kabine, Antrieb, Achsen und Anhängerpaketen. Sie gelten nicht automatisch für jeden F-150 mit demselben Motor.
Motor | Leistung und Drehmoment | Maximale Anhängelast | Konfiguration für den genannten Höchstwert |
|---|---|---|---|
3,0-Liter-EcoBoost-V6 | 325 PS; 400 lb-ft | 8400 Pfund (etwa 3,81 t) | Hinterradantrieb, Regular Cab, 6,5-Fuß-Ladefläche, bei entsprechender Ausstattung |
5,0-Liter-V8 | 400 PS; 410 lb-ft | 12 800 Pfund (etwa 5,81 t) | SuperCrew mit erforderlicher Anhängerausstattung und passender Achse; der Wert ist für 4×2 und 4×4 verfügbar |
3,5-Liter-EcoBoost-V6 | 400 PS; 500 lb-ft | 13 500 Pfund (etwa 6,12 t) | Allradantrieb, SuperCrew, Tow/Haul-Paket und optionale Max-Tow-Achse |
Für den Basis-V6 nennt Ford außerdem maximal 8200 Pfund mit Allradantrieb. Die Angabe von 8400 Pfund gilt für eine bestimmte Version mit Hinterradantrieb und Regular Cab. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass genau dieses Fahrzeug mit BlueCruise ausgestattet werden kann. Die zulässige Anhängelast muss für die gewählte Ausstattung und deren tatsächliche Beladung geprüft werden.
Zwei Grenzen, die leicht verwechselt werden
10 000 Pfund sind die Obergrenze für BlueCruise mit Anhänger, nicht eine neue Anhängelast des F-150. Wenn der Pick-up selbst für eine geringere Masse zugelassen ist, gilt weiterhin diese niedrigere Grenze. Ein Basis-V6 mit einer angegebenen Maximalanhängelast von 8400 Pfund darf also nicht dank der Software 10 000 Pfund ziehen. Umgekehrt kann ein F-150, der laut Datenblatt 13 500 Pfund ziehen darf, BlueCruise with Towing nicht mit einem derart schweren Anhänger nutzen.

So funktioniert BlueCruise mit einem Anhänger
Ford erlaubt die Nutzung dieser Funktion beim Anhängerbetrieb erstmals im F-150 2027. Laut der Beschreibung der Voraussetzungen für BlueCruise with Towing ist sie auf vorab freigegebenen Abschnitten von Autobahnen mit getrennten Fahrtrichtungen verfügbar – den Blue Zones. Ford nennt mehr als 130 000 Meilen solcher Straßen. Das System übernimmt innerhalb seines Einsatzbereichs die Lenkung und Geschwindigkeitsregelung. Der Fahrer muss die Straße trotzdem beobachten und jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen.

Vor der Fahrt muss ein eigenes Anhängerprofil erstellt und die Größe des Anhängers korrekt eingetragen werden. Die Obergrenze für die Funktion liegt bei 10 000 Pfund (etwa 4,54 t) oder bei der niedrigeren zulässigen Grenze des Fahrzeugs. Für den Höchstwert verlangt Ford das Tow/Haul-Paket und die optionale Max-Tow-Achse. BlueCruise setzt außerdem ein laufendes Abonnement oder einen Testzeitraum voraus. Für den Anhängermodus selbst berechnet Ford den Besitzern entsprechend ausgestatteter F-150 2027 keine zusätzliche Gebühr.
Beim Ziehen eines Anhängers ist BlueCruise auf 75 Meilen pro Stunde (etwa 121 km/h) begrenzt und kann die Geschwindigkeit zusätzlich reduzieren. Bei anhaltendem Aufschaukeln des Anhängers kann das System das Fahrzeug abbremsen, die Geschwindigkeit begrenzen oder dazu auffordern, die Hände wieder ans Lenkrad zu nehmen. Wenn eine Reifendruckwarnung aktiv ist oder das System feststellt, dass die zulässige Fahrzeug-Anhänger-Masse überschritten wird, funktioniert der Modus nicht. Ein automatischer Spurwechsel mit Anhänger ist nicht verfügbar: Diesen muss der Fahrer selbst durchführen. Erkennt das System eine Baustelle, fordert es ebenfalls zur manuellen Übernahme auf.

So sieht das in der Praxis aus
Ein Besitzer fährt mit einem Anhänger zu einem Urlaubsziel. Vor der Abfahrt prüft er die zulässige Anhängelast seines F-150, belädt den Anhänger innerhalb dieser Grenze und erstellt dessen Profil im System. Auf normalen Straßen fährt er selbst. Auf einem Abschnitt der Blue Zone kann er BlueCruise aktivieren und die Straße weiterhin aufmerksam beobachten. Für einen Spurwechsel und beim Durchfahren einer Baustelle übernimmt er wieder das Lenkrad. Verläuft die Strecke außerhalb der Blue Zones, ändert die vorhandene Funktion nichts an der Fahrt.
Was Sie vor der Wahl des Pick-ups prüfen sollten
Die zulässige Anhängelast genau für die gewünschte Kabine, den Antrieb, den Motor, die Achse und das Tow/Haul-Paket – unter Berücksichtigung von Passagieren und Ladung.
Ob BlueCruise für die gewählte Version verfügbar ist und welche Abonnementbedingungen auf dem jeweiligen Markt gelten.
Ob Art und Gewicht des Anhängers für BlueCruise with Towing geeignet sind. Die Systemgrenze kann unter der Anhängelast des Fahrzeugs liegen.
Welche Abschnitte der regelmäßig gefahrenen Strecke zu den Blue Zones gehören: Die Unterstützung auf der Autobahn hilft nur dort, wo sie freigegeben ist.
Der neue 3,0-Liter-Basis-V6 behält die bisherigen Spitzenwerte von 325 PS und 400 lb-ft bei. Ford verspricht jedoch eine besser verfügbare Kraft im normalen Drehzahlbereich. BlueCruise mit Anhänger bietet auf freigegebenen Autobahnen zusätzliche Unterstützung, erhöht aber nicht die im Datenblatt angegebene Anhängelast des Fahrzeugs. Für Käufer zählen daher die Daten der konkreten Ausstattung und die Strecken, auf denen sie tatsächlich unterwegs sind.










