
Am 30. Oktober 2026 stellte Honda Racing den Passport Baja Spec vor: einen allradgetriebenen Rennwagen für Wüstenrennen. Sein Hybridantrieb leistet mehr als 1.300 hp, unter der Karosserie steckt ein eigenes Fahrgestell für die Trophy-Truck-Klasse. Trotz des bekannten Namens handelt es sich nicht um einen Straßen-Passport mit verstärkter Federung.
Die beiden Fahrzeuge teilen den Namen Honda Passport und einige Gestaltungselemente. Technik und Zweck unterscheiden sich: Das eine ist für Straße und Gelände gebaut, das andere für schnelle Rennen auf schwierigem Untergrund.

Zwei Passport im Vergleich
Als Vergleich dient der US-Passport des Modelljahres 2026, dessen Namen das Rennprojekt trägt. Honda bietet den Serien-Crossover mit Benzin-V6 und Allradantrieb an. Der Baja Spec besitzt ein separates Rennchassis und einen Hybridantrieb. Die Angaben stammen von der US-Seite des Honda Passport und aus der Vorstellung von Honda Racing.
Merkmal | Honda Passport 2026, USA | Passport Baja Spec |
|---|---|---|
Verwendungszweck | Straßen-Crossover mit Geländefähigkeit | Rennfahrzeug der Trophy-Truck-Klasse |
Motor | 3,5-Liter-Benzin-V6 ohne Aufladung | 2,4-Liter-V6 mit zwei Turboladern und Hybridsystem |
Leistung | 285 hp nach US-SAE-Norm | Über 1.300 hp Systemleistung laut Honda |
Getriebe | Zehngang-Automatik, i-VTM4-Allrad | Fünfgang-Renngetriebe von Mason, Allrad |
Aufbau | Serien-Crossover | Spezielles Mason Motorsports Gen 2 AWD-Chassis |
Die Leistungswerte stehen wie in Hondas Unterlagen in amerikanischen horsepower. Sie zeigen die Größenordnung des Unterschieds, erklären aber allein nicht das Fahrverhalten auf Straße oder Rennstrecke.
Warum der Renn-Passport ein Hybrid ist
Im Zentrum des Baja Spec steht ein Aluminium-V6 mit 2,4 Litern Hubraum und zwei Turboladern. Der Motor sitzt hinter der Kabine und basiert auf dem Triebwerk des Langstrecken-Prototyps Acura ARX-06. Honda Racing Corporation USA entwickelte Motor und Hybridsystem für das neue Projekt.
Verbrenner und elektrischer Antrieb leisten zusammen über 1.300 hp. Das System nutzt eine 800-Volt-Architektur und einen von HRC entwickelten Akku. Laut Honda kommen Pouch-Zellen zum Einsatz, die denen der vorherigen Generation von Formel-1-Systemen ähneln.
Akkukapazität, separate Elektromotorleistung und Gesamtdrehmoment hat Honda noch nicht veröffentlicht. Aus der Systemleistung lässt sich deshalb weder der elektrische Anteil am Vortrieb noch die im Rennen rückgewinnbare Energie bestimmen.
Was unter der Karosserie steckt
Die Carbonkarosserie erinnert an den Serien-Passport, darunter sitzt jedoch das allradgetriebene Gen 2 AWD-Chassis von Mason Motorsports. Die Partner entwickelten einen speziellen hinteren Rahmenbereich für Motor und Hybridkomponenten. Der Baja Spec wurde von Anfang an als Rennwagen konzipiert.

Das Fünfganggetriebe von Mason liegt vor dem Motor. Hinten gelangt das Drehmoment über zwei Antriebswellen und separate Getriebe an den Rädern nach außen; vorn sitzen Portalgetriebe in den Radnaben. Laut Honda verbessert die Anordnung die Bodenfreiheit und optimiert die Antriebsgeometrie.
Die Federung ist auf große Wege ausgelegt und verfügt an jedem Rad über zwei FOX-Dämpfer. Die Steuerelektronik verbindet Antrieb, Fahrwerk und Energiemanagement; angekündigt sind eine elektronische Bremsensteuerung an beiden Achsen und adaptive Traktionskontrolle. Wie gut das über die Renndistanz funktioniert, müssen die Rennen zeigen.

Warum Aerodynamik in der Wüste zählt
Auf schnellen Abschnitten ist nicht nur Traktion auf Sand und Steinen wichtig. Honda zufolge wurde die Karosserieform mit Computersimulationen der Luftströmung berechnet. Kanäle hinter den Vorderrädern leiten Luft entlang der Karosserie, weitere Kanäle kühlen die Technik. Die Lösungen sollen Luftwiderstand und Stabilität bei hoher Geschwindigkeit beeinflussen; bestätigte Rennergebnisse gibt es noch nicht.

Wann startet der Passport Baja Spec?
Die erste öffentliche Präsentation ist auf der SEMA in Las Vegas vom 3. bis 6. November 2026 geplant. Am Steuer sitzt Bryce Menzies, zweifacher Sieger der Baja 1000. HRC will dort um den Gesamtsieg kämpfen.
Das Wettbewerbsdebüt ist für die Baja 500 in Ensenada im Juni 2027 vorgesehen. Laut dem Kalender des Veranstalters SCORE International dauert die Veranstaltung vom 2. bis 6. Juni, der Rennstart ist am 5. Juni geplant. Der Zeitplan kann sich ändern.
Hat Honda die Baja schon gewonnen?
Ja, aber die Wertungen sind zu unterscheiden. Honda nennt 22 Gesamtsiege bei der Baja 1000 auf Motorrädern. Das eigene Offroad-Autoprogramm erzielte seit 2015 separat 17 Klassensiege. Der Baja Spec soll um die Gesamtwertung der Autos kämpfen; die früheren Motorradsiege sind keine Erfolge vierrädriger Fahrzeuge.
Bei der Vorstellung ist der Baja Spec ein bestätigtes Rennprojekt mit angekündigtem Kalender und kein neuer Passport zum Verkauf. Sein erster Renneinsatz wird zeigen, wie sich Hybridantrieb und Spezialchassis unter Baja-Bedingungen bewähren.









