
Am 16. September 2026 bestätigte McLaren die größte Erweiterung seines Automobilprogramms: Rund 500 Millionen Pfund Sterling fließen in neue Modelle, Produktionskapazitäten und Entwicklungszentren in Großbritannien. Erstmals wurde auch ein sportlicher SUV offiziell in die Planung aufgenommen – ein Fahrzeugtyp, den es bisher nicht in der Serienpalette der Marke gab.
Dabei handelt es sich noch nicht um die Premiere eines fertigen Fahrzeugs. McLaren hat weder das Design des SUV gezeigt noch Angaben zu Antrieb, Abmessungen, Preis oder Verkaufsstart gemacht. Die eigentliche Nachricht ist eine andere: Das Unternehmen baut sein bisheriges Entwicklungs- und Produktionsmodell grundlegend um.
Das Wichtigste in einer Minute
McLaren hat die Entwicklung des ersten sportlichen SUV offiziell bestätigt.
Das Investitionsprogramm beläuft sich auf rund 500 Millionen Pfund.
In Großbritannien entsteht ein neuer Standort für die Fahrzeugmontage.
Künftige McLaren-Motoren sollen im eigenen Unternehmen entwickelt und produziert werden.
Bis 2032 sollen 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Was McLaren am 16. September angekündigt hat
Die wichtigsten Eckdaten des Programms sind in der offiziellen Mitteilung der britischen Regierung aufgeführt. Das Geld soll in den Ausbau von Forschung, Entwicklung und Produktion fließen. Außerdem will McLaren die Entwicklung und Fertigung aktueller und künftiger Modelle im Land halten.
Bereich | Bestätigt | Noch nicht veröffentlicht |
|---|---|---|
Investitionen | Rund £500 Mio. in britische Entwicklungs- und Produktionskapazitäten | Aufteilung der Gesamtsumme auf einzelne Projekte |
Erster SUV | Das Modell wurde offiziell in die künftige Produktpalette aufgenommen | Name, Plattform, Motor, Abmessungen, Preis und Premiere |
Antriebe | Künftige Motoren sollen innerhalb von McLaren entwickelt und produziert werden | Konfigurationen, Hubraum, Leistung und Grad der Elektrifizierung |
Produktion | Neuer Standort für die Fahrzeugmontage in Großbritannien | Standort, Kapazität und Starttermin |
Arbeitsplätze | 1000 neue Stellen bei McLaren bis 2032 | Zeitplan für die Einstellungen nach Standorten und Fachbereichen |
Warum der erste SUV die Position der Marke verändert
Die aktuelle Straßenfahrzeugpalette von McLaren besteht aus zweisitzigen Mittelmotorfahrzeugen. So beschreibt beispielsweise die offizielle 750S-Seite das Coupé und den Spider als leichte Supersportwagen mit einem vier Liter großen V8 und Hinterradantrieb. Der Artura nutzt einen Hybridantrieb mit V6, während der GTS mehr Stauraum bietet, aber ebenfalls ein zweisitziges Mittelmotorfahrzeug bleibt.

Der SUV führt McLaren über diese bisherigen Grenzen hinaus. Er soll Kunden ansprechen, die zusätzliche Sitzplätze, einen bequemeren Zugang zum Innenraum und mehr Alltagstauglichkeit benötigen. Ein McLaren-Emblem allein reicht dafür jedoch nicht aus: Das Fahrzeug muss die Fahrdynamik und die technische Eigenständigkeit der Marke trotz deutlich höherem Gewicht und höherer Karosserie bewahren.
Der künftige SUV hat bisher weder einen offiziellen Namen noch veröffentlichte technische Daten. Frühere Berichte von Fachmedien nannten vier Türen, fünf Sitze, Allradantrieb und einen Hybrid-V8. In der Mitteilung vom 16. September wurden diese Angaben jedoch nicht bestätigt. Sie können daher nicht als endgültige Spezifikation gelten.
Warum McLaren eigene Motoren und Getriebe entwickelt
Bisher kalibrierte McLaren die Antriebssysteme selbst und passte sie an die eigenen Fahrzeuge an. Bei der Fertigung wichtiger Komponenten war das Unternehmen jedoch auf externe Partner angewiesen. Das neue Programm sieht eine umfassendere Kontrolle vor: Künftige Motoren sollen innerhalb der britischen McLaren-Struktur entwickelt und produziert werden.

Fachmedien präzisieren, dass zunächst zwei neue Motoren und die dazugehörigen Getriebe entstehen sollen. Ihre Auslegung wurde nicht genannt. Es gibt keine offizielle Bestätigung dazu, welcher Antrieb im SUV zum Einsatz kommt oder ob er als Plug-in-Hybrid ausgelegt sein wird. Bestätigt ist der Schritt zur eigenen Produktion, nicht aber die technischen Daten der künftigen Motoren.
Für McLaren bedeutet das, Motor, Getriebe, Hybridkomponenten und elektronische Steuerungssysteme enger aufeinander abstimmen zu können. Gleichzeitig steigen Aufwand und Verantwortung: Das Unternehmen muss die Aggregate nicht nur entwickeln, sondern auch ihre Serienfertigung, Qualitätskontrolle und Wartung sicherstellen.
Wo neue McLaren entwickelt und montiert werden
Die Investitionen betreffen mehrere britische Standorte. Das Produktionszentrum in Woking wird weiterhin Fahrzeuge bauen. Das Composite Technology Centre in South Yorkshire soll erweitert werden, um die Kapazitäten für Kohlefaser und künftige Karosseriestrukturen auszubauen. Hinzu kommen das vor Kurzem eingerichtete Design- und Innovationszentrum in Bicester sowie der Engineering- und Teststandort MIRA in den Midlands.

Neben der Erweiterung bestehender Zentren wird McLaren einen weiteren Standort für die Fahrzeugmontage errichten. Der genaue Ort und die geplante Produktionskapazität wurden noch nicht genannt. Der britische Branchenverband SMMT bestätigte die Investitionssumme und die Schaffung von 1000 Arbeitsplätzen. Die Regierung erwartet außerdem, dass das Programm bis zu 3000 zusätzliche Stellen bei Zulieferern und anderen Unternehmen der Branche unterstützt.
Wo die bestätigten Fakten enden
Offiziell angekündigt wurden der SUV, die Investitionen, ein neuer Montagebetrieb und der Übergang zur eigenen Produktion künftiger Motoren. Alles Weitere – Modellbezeichnung, Sitzanzahl, Art des Hybridsystems, Leistung, Preis und Markteinführung – ist weiterhin unbestätigt.
Was mit Artura, GTS und 750S passiert
Am 18. September 2026 berichtete Autocar, dass der GTS die Produktion 2027 verlassen könnte und die Fertigung von Artura und 750S bis Ende 2028 beendet werden soll. Das Magazin bringt den Modellwechsel mit der Vorbereitung eines neuen Supersportwagens und der Erweiterung der Produktpalette um einen SUV in Verbindung.
McLaren hat diese Zeitpläne öffentlich nicht bestätigt. Auf den offiziellen Seiten gehören Artura, GTS und 750S weiterhin zur aktuellen Modellpalette. Die Jahre 2027 und 2028 sollten daher als Angaben eines Fachmediums betrachtet werden, nicht als vom Hersteller veröffentlichter Produktionskalender.
Was sich für Käufer ändern wird
Kurzfristig nichts: Bestellungen für die aktuellen Modelle laufen weiter, und der SUV wurde noch nicht vorgestellt. Praktische Bedeutung bekommt die Ankündigung erst, wenn McLaren die Plattform, den Antrieb und die Position des neuen Modells innerhalb der Produktpalette zeigt.

Schon jetzt ist das Ausmaß der Veränderungen erkennbar. Das Unternehmen bereitet nicht nur eine zusätzliche Karosserievariante vor, sondern die industrielle Grundlage für mehrere neue Fahrzeuge: eigene Antriebe, einen weiteren Montagebetrieb und ein erweitertes Entwicklungsnetzwerk. Der erste SUV wird das sichtbarste Ergebnis dieses Programms sein, aber nicht das einzige.










