
Beim Nissan Qashqai e-POWER ist der Benzinmotor nicht mit den Antriebsrädern verbunden. Er erzeugt Strom, während ein Elektromotor das Fahrzeug immer antreibt. Deshalb wird der Qashqai e-POWER mit Benzin betankt, fühlt sich bei Gasannahme und Rekuperation aber eher wie ein Elektroauto als wie ein herkömmlicher Hybrid an.
Am 18. September 2025 teilte Nissan mit, dass die dritte e-POWER-Generation in Europa zunächst im Qashqai eingeführt wird. In dieser Version kommt der neue 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbomotor ZR15DDTe zum Einsatz, der als Generator entwickelt wurde. Seine Aufgabe besteht nicht darin, die Räder anzutreiben, sondern den elektrischen Energiehaushalt des Antriebsmotors zu unterstützen.
So ist das e-POWER-System aufgebaut
Komponente | Aufgabe |
|---|---|
Benzinmotor | Liefert die mechanische Energie für den Generator |
Generator und Wechselrichter | Wandeln elektrische Energie um und verteilen sie |
Lithium-Ionen-Batterie | Dient als Puffer: Sie nimmt Rekuperationsenergie auf und versorgt den Elektromotor |
Elektromotor | Treibt die Vorderräder unmittelbar an |
Rekuperatives Bremsen | Führt einen Teil der Verzögerungsenergie in die Batterie zurück |
Diese Abfolge beschreibt Nissan auf der offiziellen e-POWER-Seite: Der Verbrennungsmotor erzeugt Strom, die Batterie versorgt den Elektromotor und ausschließlich der Elektromotor dreht die Räder. Eine externe Ladung ist nicht erforderlich, weil das System nicht darauf ausgelegt ist, die Batterie über das Stromnetz zu laden.

Was Fahrer in der Stadt und auf der Autobahn spüren
Beim Betätigen des Fahrpedals erzeugt der Elektromotor den Vortrieb. Deshalb gibt es keine Gangwechsel im herkömmlichen Sinn und keine Verzögerung, bis der Benzinmotor die passende Drehzahl erreicht. Wird das Gaspedal gelöst oder gebremst, kann das System einen Teil der Energie in die Batterie zurückführen.
Der Zusammenhang zwischen Motorgeräusch und Fahrzeuggeschwindigkeit ist hier nicht direkt. Beim starken Beschleunigen, an Steigungen oder bei hohem Tempo kann der Benzinmotor deutlich intensiver arbeiten, weil er mehr elektrische Energie erzeugen muss. Das ist eine normale Folge des seriellen Hybridsystems und kein Hinweis auf einen Gangwechsel.

Nicht mit einem Plug-in-Hybrid verwechseln
Der Qashqai e-POWER muss nicht an eine Ladestation angeschlossen werden. Er ist aber auch nicht für regelmäßige Fahrten ohne Benzinverbrauch ausgelegt. Die kleine Batterie gleicht den Energiebedarf aus und nimmt Rekuperationsenergie auf; die wichtigste Energiequelle bleibt der Kraftstoff im Tank.
Warum der Generator-Benzinmotor sparsamer arbeiten kann
Ein herkömmlicher Verbrennungsmotor muss gleichzeitig auf das Gaspedal reagieren und über einen sehr großen Drehzahl- und Lastbereich effizient arbeiten. Beim e-POWER übernimmt der Elektromotor den Antrieb, während der Benzinmotor häufiger in für ihn günstigen Betriebsbereichen laufen kann. Nissan erläutert den Aufbau der dritten Systemgeneration in einem Beitrag über den neuen Generator-Motor.
Das bedeutet nicht, dass der Verbrauch unter allen Bedingungen gleich bleibt. Entscheidend sind weiterhin Geschwindigkeit, Temperatur, Streckenprofil, Beladung, Fahrstil und Batteriezustand. Nissan weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass die WLTP-Werte dem Vergleich dienen und keinen bestimmten Verbrauch auf jeder Fahrt garantieren.
Welche Werte für die jeweilige Version gelten
Für den Qashqai e-POWER gibt es nicht in allen Ländern identische technische Daten. Auf der deutschen Nissan-Website werden für den neuen Qashqai mit 205 PS und Frontantrieb 4,3–4,5 l/100 km sowie 98–101 g/km CO₂ nach WLTP angegeben. Auf der rumänischen Website sind für die dort angebotene Version mit 188 PS 5,2–5,3 l/100 km und 117–119 g/km CO₂ nach WLTP veröffentlicht.
Markt und Version | Leistung | WLTP-Verbrauch | WLTP-CO₂ |
|---|---|---|---|
Deutschland, neuer Qashqai e-POWER 2WD | 205 PS | 4,3–4,5 l/100 km | 98–101 g/km |
Rumänien, Qashqai e-POWER 2WD | 188 PS | 5,2–5,3 l/100 km | 117–119 g/km |
Diese Werte stammen von den offiziellen Nissan-Seiten für Deutschland und Rumänien. Die Fahrzeuge lassen sich nicht als identische Modelle vergleichen. Vor dem Kauf sollten Leistung, Verbrauch und Ausstattung immer anhand des Angebots im jeweiligen Markt geprüft werden.
Die Fahrt mit einer Tankfüllung: ein interessanter Richtwert, aber kein Standard
Am 27. Mai 2026 berichtete Nissan über eine Fahrt des Qashqai e-POWER durch Tasmanien. Nach Angaben des Unternehmens legte das Fahrzeug ohne Tankstopp mehr als 1300 km zurück und erzielte dabei einen Durchschnittsverbrauch von 4,5 l/100 km. Die Strecke umfasste Steigungen, Küstenstraßen und Autobahnen. Das Ergebnis veranschaulicht die Arbeitsweise des Systems, lässt sich aber nicht auf jede alltägliche Fahrt übertragen: Der Hersteller bezeichnet es nicht als allgemein gültigen Verbrauchswert.

Details zur Strecke nennt Nissan in einem separaten Bericht über die Fahrt. Für Käufer ist es sinnvoller, sich am offiziellen WLTP-Wert der gewünschten Version und an einer Probefahrt auf einer vertrauten Strecke zu orientieren.

Wer den e-POWER vor dem Kauf genau prüfen sollte
Wer viel in der Stadt fährt: Dort fallen Rekuperation und elektrischer Antrieb am deutlichsten auf.
Wer häufig mit voller Beladung auf der Autobahn unterwegs ist: Bei längeren Beschleunigungen und an Steigungen sollte man auf das Arbeitsgeräusch des Generator-Motors achten.
Wer Angebote aus verschiedenen Märkten vergleicht: Verbrauch und Leistung aus einer ausländischen Spezifikation dürfen nicht einfach für das lokale Fahrzeug übernommen werden.
Der e-POWER macht den Qashqai nicht zum Elektroauto und beseitigt den Benzinverbrauch nicht. Seine wichtigste Besonderheit ist einfach erklärt: Der Elektromotor sorgt immer für den Vortrieb, während der Benzinmotor Energie erzeugt. Das unterscheidet den Qashqai e-POWER vom herkömmlichen Hybrid und erklärt sein Fahrverhalten.










