Alpine A110 FUTURE: Kann der Elektro-Sportwagen den Charakter des Leichtbau-Coupés bewahren?

01.07.2026 beendete Alpine in Dieppe die Produktion der zweiten A110-Generation, und bereits am 03.07.2026 zeigte die Marke die A110 FUTURE — einen fahrbereiten Prototypen, an dem Technologien für die dritte Modellgeneration erprobt werden. Es handelt sich weder um ein fertiges Serienauto noch um das endgültige Design des künftigen Coupés. A110 FUTURE ist ein Testträger, der die Plattform, die Batterien und den Antriebsstrang im realen Fahrbetrieb prüfen soll.
Die ersten öffentlichen Fahrten sind für den 09–12.07.2026 angesetzt: Der Prototyp soll jeden Tag im Rahmen des Goodwood Festival of Speed den Berg hinauf fahren. Für Alpine ist das ein symbolischer Übergang: Der Benziner A110 ist aus der Produktion, und sein künftiger Nachfolger zeigt sich erstmals fahrend.

Wie Alpine zur A110 FUTURE kam
2017 stellte Alpine die zweite Generation der A110 vor. Genau dieses Modell brachte die Marke zurück auf den Markt für Serien-Sportwagen.
01.07.2026 lief im Alpine-Werk in Dieppe der letzte A110 der zweiten Generation vom Band. Seit 2017 wurden insgesamt 28.701 dieser Fahrzeuge gebaut.
03.07.2026 präsentierte Alpine die A110 FUTURE, ein Testfahrzeug für die Entwicklung der dritten Modellgeneration.
09–12.07.2026 soll der Prototyp bei der Goodwood Festival of Speed in Großbritannien täglich an den Fahrten teilnehmen.
Warum es schwer wird, den Charakter der A110 zu bewahren
Die heutige A110 wurde nicht wegen Rekordleistung geschätzt, sondern wegen ihrer kompakten Maße, ihres geringen Gewichts und ihrer direkten Reaktionen. Für ein elektrisches Coupé ist das schwieriger: Der Traktionsakku bringt Masse mit sich, und damit verändern sich die Gewichtsverteilung, das Verhalten des Fahrwerks und das Gefühl des Autos in schnellen Kurven.
Merkmal | Alpine A110 der zweiten Generation | Alpine A110 FUTURE |
Status | Serienmodell, Produktion am 01.07.2026 beendet | Testfahrzeug für die dritte A110-Generation |
Antrieb | Benzinmotor | Elektrische Zweimotoren-Hinterachse |
Hauptziel | Leichtigkeit, Kompaktheit und lebendige Reaktionen | Den Sportwagencharakter trotz Elektroarchitektur bewahren |
Plattform | Architektur der zweiten A110-Generation | Neue Alpine Performance Platform |
Produktion | Dieppe, Frankreich | Alpine plant, das Serienmodell ebenfalls in Dieppe zu bauen |
Was noch unbekannt ist | Die Kennwerte der Serienversion sind bekannt | Gewicht, Leistung, Reichweite, Preis und Marktstart sind noch nicht genannt |
Alpine nennt das Leergewicht der dritten A110-Generation bisher nicht. Deshalb wäre es verfrüht zu sagen, dass der Neuling genauso leicht wird wie die benzinbetriebene A110. Die veröffentlichten technischen Lösungen zeigen aber, worauf der Versuch aufbaut, den vertrauten Charakter des Modells zu bewahren.

Was über die Technik der A110 FUTURE bekannt ist
Der Prototyp basiert auf der neuen Alpine Performance Platform, kurz APP. Laut der offiziellen Alpine-Mitteilung vom 03.07.2026 handelt es sich um eine Aluminiumarchitektur, die speziell für einen elektrischen Sportwagen entwickelt wurde.
Im Aufbau sind zwei Batterien vorgesehen. Alpine gibt an, dass ihre Anordnung hilft, die Gewichtsverteilung von 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse zu halten. Verwendet wird eine 800-Volt-Architektur mit Zell-zu-Pack-Aufbau: Die Zellen werden ohne Zwischenmodule zu einem Batteriepaket zusammengefasst. Die Marke verbindet diese Lösung mit hoher Energiedichte, geringerem Batteriegewicht und kürzeren Ladezeiten.
Bauteil | Was Alpine bestätigt | Warum das für ein Coupé wichtig ist |
APP-Plattform | Neue Aluminiumarchitektur für einen elektrischen Sportwagen | Grundlage für ein eigenes Layout statt Anpassung einer herkömmlichen Großserienplattform |
Batterien | Zwei Pakete, 800 V, Zell-zu-Pack-Aufbau; Zielverteilung 40:60 | Die Position der Akkus beeinflusst die Balance des Fahrzeugs und sein Verhalten in Kurven |
Antrieb | Hintere elektrische Zweimotorenachse im 3-in-1-Layout mit Siliziumkarbid-Wechselrichter | Ermöglicht eine präzisere Kontrolle der Traktion an der Hinterachse |
Fahrwerk | Komplett aus Aluminium gefertigtes Fahrwerk, neue integrierte Brems- und Lenksysteme | Wichtige Elemente für das Feintuning von Rückmeldung und Fahrzeugverhalten |
Alpine bestätigt außerdem eine hintere Zweimotorenachse im 3-in-1-Layout mit Siliziumkarbid-Wechselrichter, ein komplett aus Aluminium gefertigtes Fahrwerk sowie neue integrierte Brems- und Lenksysteme. Die konkrete Leistung, die Batteriekapazität, die Reichweite und die Fahrleistungen hat die Marke am 04.07.2026 noch nicht offengelegt.
Welche Daten Alpine noch nicht offengelegt hat
A110 FUTURE bleibt ein Testfahrzeug, daher sind einige Schlüsseldaten noch nicht veröffentlicht. Am 04.07.2026 teilte Alpine nicht mit:
das Leergewicht des künftigen Seriencoupés;
Leistung und Drehmoment des Antriebs;
die Batteriekapazität;
die Reichweite nach WLTP;
die Ladezeit;
die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit;
Design und Ausstattung der Serienversion;
Datum der Premiere, Marktstart und Preise.
Daher sollte man die A110 FUTURE vorerst als Demonstration der technischen Richtung von Alpine sehen und nicht als endgültige Spezifikation des künftigen Elektro-Coupés.
Was zwei Batterien statt einer bedeuten
Bei einem gewöhnlichen Elektroauto wird oft ein großer Akku im Fahrzeugboden untergebracht. Bei einem Sportcoupé kann dieser Ansatz die Karosserie höher machen und die Sitzposition des Fahrers verändern. Beim A110 FUTURE hat Alpine zwei Batterien gewählt und will die Balance mit einer stärkeren Gewichtsverlagerung nach hinten erhalten — 40 % vorn und 60 % hinten.

Allein diese Lösung garantiert noch nicht das Gefühl der benzinbetriebenen A110. Den Charakter des Autos bestimmen das endgültige Gewicht, die Abstimmung von Dämpfern, Lenkung, Rekuperation und Traktionsverteilung. Das ist aber ein konkreterer Ansatz als ein bloßes Versprechen von Sportlichkeit ohne technische Erklärung.
Warum Aluminium wichtig ist, aber keine Antwort auf das Gewicht liefert
Alpine verbindet die A110 traditionell mit Leichtigkeit und Wendigkeit. In der Mitteilung vom 01.07.2026 erinnerte das Unternehmen daran, dass die 2017 vorgestellte zweite Generation des Modells in einer Stückzahl von 28.701 Exemplaren gebaut wurde und dass im Werk Dieppe insgesamt 35.450 A110 aller Generationen entstanden sind. Über das Produktionsende und die Vorbereitung des Standorts auf die dritte Generation informiert die offizielle Mitteilung von Alpine.
Die Aluminiumplattform und das Fahrwerk helfen, die Masse zu kontrollieren, doch der Akku bleibt ein schweres Bauteil. Solange Alpine das Leergewicht der Serienversion nicht nennt, lässt sich das künftige Elektroauto nicht mit der heutigen A110 in Sachen Leichtigkeit vergleichen.
Wann der Serien-Alpine A110 kommt
Am 04.07.2026 hat Alpine weder das Premieren-Datum der Serienversion noch den Verkaufsstart oder die Preise genannt. Bekannt ist nur, dass der künftige A110 weiterhin in Dieppe gebaut wird, wo die Produktionsvorbereitung bereits läuft. Die Vorführung der A110 FUTURE vom 09–12.07.2026 bietet die Möglichkeit, den fahrbereiten Prototypen zu sehen, ersetzt aber keine vollständige Vorstellung des Serienfahrzeugs.

Das Wichtigste
Die A110 FUTURE beantwortet noch nicht alle Fragen zum nächsten Alpine A110, zeigt aber bereits die Entwicklungsrichtung. Alpine ersetzt den Benzinmotor nicht einfach durch eine Batterie: Für das Modell entstehen eine eigene Plattform, zwei Batterien mit definierter Gewichtsverteilung und eine hintere Zweimotorenachse. Ob das künftige Seriencoupé die Kompaktheit und die lebhaften Reaktionen des heutigen Modells bewahren kann, wird sich erst nach der Veröffentlichung von Gewicht, Eckdaten und Serienversion zeigen.










