
Am 29.07.2026 berichteten Fachmedien über Entschädigungen für Besitzer eines Volvo EX90, der mit einem auf dem Dach montierten LiDAR gekauft wurde, dessen versprochene Funktionen jedoch nie aktiviert wurden. Für Norwegen wurde ein konkreter Betrag genannt: 18.000 norwegische Kronen pro Fahrzeug, nach Schätzungen der Quellen zum Veröffentlichungszeitpunkt etwa 1.800 Euro.
Die Geschichte betrifft zwei Fahrzeuggruppen. Bei den frühen EX90 des Modelljahrs 2025 ist der LiDAR physisch vorhanden, seine erwarteten Funktionen blieben jedoch nicht verfügbar. Die Produktion des EX90 des Modelljahrs 2026 startete ohne diesen Sensor. Dafür erhielt das Fahrzeug ein 800-Volt-Bordnetz, einen leistungsfähigeren Zentralrechner und neue Fahrerassistenzfunktionen.
Die kurze Antwort
Norwegische Besitzer von Fahrzeugen mit LiDAR erhalten 18.000 Kronen. Auch für Schweden wurde über eine Entschädigung berichtet, ein einheitliches öffentliches Verfahren für alle Länder gibt es jedoch nicht. Unabhängig davon tauscht Volvo bei EX90 des Modelljahrs 2025 den Zentralrechner kostenlos aus. Neue EX90 werden ohne LiDAR gebaut und nutzen Kameras, Radar- sowie Ultraschallsensoren.
Wie der EX90 vom zentralen Sensor zum Verzicht auf LiDAR kam
Bei der ursprünglichen Vorstellung des EX90 gehörte das große LiDAR-Modul oberhalb der Windschutzscheibe zu den wichtigsten Merkmalen des Modells. Der Sensor sollte ein dreidimensionales Bild der Umgebung erstellen und die Grundlage für künftige Sicherheits- und Fahrerassistenzfunktionen bilden. Die ersten Fahrzeuge kamen mit dem Gerät selbst zu den Kunden, jedoch ohne den vollständigen Umfang der versprochenen Funktionen.
Am 11.11.2025 aktualisierte Volvo die offizielle Supportseite und teilte mit, dass EX90 und ES90 ohne LiDAR produziert werden. Damals wurde die Entscheidung mit der begrenzten Verfügbarkeit der Hardware begründet. Das Unternehmen erklärte, dass die betroffenen Kunden direkt kontaktiert würden. Außerdem entsprächen die Fahrzeuge den internen Sicherheitsstandards von Volvo und böten mit oder ohne LiDAR ein hohes Niveau an Fahrerassistenz.

Datum | Was passiert ist | Was das für den Besitzer bedeutet |
|---|---|---|
23.09.2025 | Volvo öffnete die Bestellungen für den EX90 des Modelljahrs 2026 mit 800-Volt-System und zwei Orin-Prozessoren | Die neue Hardwarebasis hielt Einzug in das Serienmodell |
11.11.2025 | Volvo gab offiziell bekannt, den EX90 ohne LiDAR zu produzieren | Ein Teil der laufenden Bestellungen wurde geändert; die Kunden sollten direkt informiert werden |
13.03.2026 | Die Bedingungen für das kostenlose Update des Zentralrechners im EX90 des Modelljahrs 2025 wurden veröffentlicht | Ein Werkstattaufenthalt von etwa einem Tag ist erforderlich |
29.07.2026 | Es gab Berichte über Entschädigungen für den nicht funktionsfähigen LiDAR | Für Norwegen wurden 18.000 Kronen genannt; die Bedingungen hängen vom Land ab |
Wer eine Entschädigung erhält und in welcher Höhe
Nach Angaben norwegischer und moldauischer Automobilmedien erhalten Besitzer von EX90 und ES90 mit LiDAR in Norwegen 18.000 norwegische Kronen. PiataAuto berichtet außerdem von einer bestätigten Entschädigung in Schweden und beziffert sie auf etwa 1.800 Euro. Die genauen schwedischen Bedingungen wurden in einer öffentlich zugänglichen Mitteilung von Volvo jedoch nicht veröffentlicht.
Das ist keine angekündigte weltweite Zahlung für jeden EX90 in allen Ländern. Höhe, Form der Entschädigung und Kreis der Anspruchsberechtigten können unterschiedlich ausfallen. Besitzer sollten die schriftlichen Bedingungen anhand der VIN beim nationalen Volvo-Importeur oder Händler anfordern – insbesondere bei Leasingfahrzeugen, Vorführwagen oder bereits weiterverkauften Fahrzeugen.
Laut PiataAuto bleibt der Sensor bei bereits produzierten Fahrzeugen im Dach, da es kein fertiges Programm für seinen Ausbau und den Austausch des Dachs gibt. Die Funktionen, die Volvo auf Basis der LiDAR-Daten entwickeln wollte, sollen jedoch nicht aktiviert werden. Ein öffentliches technisches Volvo-Bulletin, das den weiteren Betriebsmodus des eingebauten Sensors beschreibt, war zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht auffindbar.
Zwei unterschiedliche Programme nicht verwechseln
Die LiDAR-Entschädigung steht im Zusammenhang mit der Bezahlung von Hardware und Funktionen, die nicht umgesetzt wurden. Sie hängt vom Land und vom jeweiligen Fahrzeug ab.
Der kostenlose Austausch des Zentralrechners ist für EX90 des Modelljahrs 2025 vorgesehen. Dabei handelt es sich um ein Hardware- und Software-Update, nicht um eine Geldzahlung.
Ein Fahrzeug kann grundsätzlich für beide Programme infrage kommen. Der Anspruch auf das Computer-Upgrade allein bestätigt jedoch keinen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung.
Was Besitzer eines EX90 des Modelljahrs 2025 kostenlos erhalten
Auf der am 13.03.2026 aktualisierten Volvo-Supportseite für Moldau steht, dass EX90 des Modelljahrs 2025 Anspruch auf den kostenlosen Austausch des Zentralrechners haben. Das Fahrzeug erhält eine Konfiguration mit zwei NVIDIA DRIVE AGX Orin und kompatibler Software.
Das Update lässt sich nicht ausschließlich „over the air“ installieren: Der alte Rechner ist mit dem neuen Softwarepaket nicht kompatibel. Der Händler muss den Besitzer in die Werkstatt einbestellen. Die Installation von Hardware und Software dauert voraussichtlich einen Tag. Danach kann das Fahrzeug weitere kompatible OTA-Updates erhalten.
Auf der Funktionsliste nennt Volvo Park Pilot Assist für das parallele Einparken, die Einstellung des Abstands bei Pilot Assist, cloudbasierte Connected-Safety-Warnungen, Emergency Stop Assist mit automatischem Notruf in einzelnen Märkten, Sprachkommunikation mit den Fondpassagieren sowie das manuelle Vorwärmen der Batterie vor dem Schnellladen. Die Verfügbarkeit der einzelnen Funktionen hängt vom Land und von der Ausstattung ab.

Die technischen Unterschiede des EX90 des Modelljahrs 2026
Am 23.09.2025 öffnete Volvo die Bestellbücher für den überarbeiteten EX90 und listete die Änderungen in der offiziellen Pressemitteilung zum Modelljahr 2026 auf.
Die 800-Volt-Architektur ersetzt das frühere 400-Volt-System und verringert die Wärmeverluste beim Laden;
an einer 350-kW-Ladestation kann das Fahrzeug bei vorbereiteter Batterie in 10 Minuten bis zu 250 km berechnete Reichweite nachladen;
zwei NVIDIA DRIVE AGX Orin liefern zusammen eine Rechenleistung von 500 TOPS;
hinzugekommen sind Warnungen vor glatter Fahrbahn, Gefahren und Unfällen voraus, eine erweiterte automatische Ausweichfunktion bei Dunkelheit sowie ein Assistent für paralleles Einparken;
neu in der Ausstattung ist ein panoramisches elektrochromes Dach mit einstellbarer Transparenz.
Die 800-Volt-Antriebssysteme werden bei EX90 des Modelljahrs 2025 nicht nachgerüstet. Die kostenlose Serviceaktion betrifft den Zentralrechner und die Software, nicht die Traktionsbatterie, die Leistungselektronik oder die Ladearchitektur.

Auf dem europäischen Markt umfasst das Modelljahr 2026 den heckgetriebenen Single Motor und zwei allradgetriebene Varianten. In der deutschen Spezifikation werden Batterien mit 92 und 106 kWh, eine Leistung von 245 bis 500 kW, bis zu 622 km Reichweite nach WLTP und DC-Laden mit bis zu 350 kW genannt. Für die leistungsstärkste Ladeoption werden unter geeigneten Bedingungen 22 Minuten von 10 auf 80 % angegeben. Die Daten für andere Märkte können abweichen.
Ist der EX90 ohne LiDAR weniger sicher?
Volvo erklärt, dass die Versionen mit und ohne Sensor den Sicherheitsstandards der Marke entsprechen. Im Fahrzeug bleiben Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren, eine Fahrerüberwachung sowie ein leistungsfähiger Rechner erhalten. Diese Aussage des Herstellers bedeutet jedoch nicht, dass der Sensorkomplex vollständig der ursprünglich versprochenen Lösung entspricht oder das Fahrzeug autonom fahren kann.
Der EX90 bleibt ein Fahrzeug mit Fahrerassistenzsystemen und kein autonomes Fahrzeug. Der Fahrer muss die Straße überwachen und für die Fahrzeugführung verantwortlich bleiben. Unabhängige Tests der konkreten Version ohne LiDAR sind aussagekräftiger als allgemeine Aussagen über die frühen Fahrzeuge, da sich die Hardwarekonfiguration geändert hat.

Was Besitzer und Kaufinteressenten prüfen sollten
Anhand der VIN das Modelljahr, das Produktionsdatum und das Vorhandensein des LiDAR-Moduls auf dem Dach prüfen.
Den Händler schriftlich um eine Aufstellung der aktiven und geplanten Funktionen für genau dieses Fahrzeug und dieses Land bitten.
Bei einem EX90 des Modelljahrs 2025 prüfen, ob Anspruch auf den kostenlosen Einbau der zwei Orin-Prozessoren besteht, und den Servicetermin klären.
Die Bedingungen der LiDAR-Entschädigung separat anfordern: Betrag, Auszahlungsform, Antragsfrist und Regelungen für Leasingfahrzeuge.
Beim Kauf eines EX90 des Modelljahrs 2026 die Ladeeigenschaften des Modelljahrs 2025 nicht übertragen: Die Fahrzeuge verfügen über unterschiedliche elektrische Architekturen.

Fazit
Volvo begegnet dem Problem mit zwei Maßnahmen. Neue EX90 werden ohne LiDAR gebaut und erhalten eine leistungsfähigere elektronische Plattform. Besitzern der frühen Fahrzeuge bietet Volvo den kostenlosen Austausch des Zentralrechners an. Die finanzielle Entschädigung für den Sensor ist davon unabhängig und regional geregelt: Für Norwegen sind 18.000 Kronen bestätigt, allgemeingültige Bedingungen für alle Märkte gibt es bisher jedoch nicht.
Die wichtigste Erkenntnis für Käufer: Die Bezeichnung EX90 garantiert keine identische Ausstattung. Vor dem Kauf sollten Modelljahr, VIN, Ladearchitektur, LiDAR, Version des Zentralrechners und die tatsächlich verfügbaren Fahrerassistenzfunktionen geprüft werden.










